Weshalb wir nicht mit dem Spendensiegel werben:

Der Erwerb des Spendensiegels –
ein teurer „Spaß“

Welche Nichtregierungsorganisation möchte nicht gerne das Spendensiegel des DZI, des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen in Berlin? Zeigt es doch die seriöse Verwendung der anvertrauten Spendengelder, zumindest suggeriert dies das DZI mit seinem Slogan “DZI Spenden-Siegel: Zeichen für Vertrauen“.
Was vom Ansatz gut gedacht ist, da es den spendenwilligen Bürger/-innen eine Anleitung für seriöse Einrichtungen an die Hand geben möchte, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als hinterfragbar. Zumindest was die Bedingungen zur Erlangung betrifft. So ist zunächst eine Erstantragsgebühr von 1000.- EURO zu entrichten, bleibt das „Sammlungsergebnis“ einer Organisation unter 50 000 EURO fällt sodann jährlich ein Grundbetrag von 500 EURO an. Im Gegenzug erhält man die Erlaubnis das begehrte Spendensiegel auf Briefpapier etc. „werbewirksam“ verwenden zu dürfen.
Interessant ist ein Blick auf die Organisation des DZI. Als Stiftungsträger sind neben dem Senat von Berlin, der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, der Deutsche Städtetag, das Bundesministerium für Familie...und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. aufgeführt. Gerade hinter der letzten Bezeichnung verbergen sich neben der Arbeiterwohlfahrt und dem Roten Kreuz auch bekannte kirchliche Einrichtungen wie Diakonisches Werk bzw. der Deutsche Caritasverband.
Die vom DZI veröffentlichte Liste – auch im Internet – enthält sodann alle Organisationen, welche die Voraussetzungen erfüllen. Selbstredend erscheinen in dieser Liste sodann auch die kirchlichen Hilfswerke. Kleinere Organisationen, welche ehrenamtlich arbeiten und ebenso die formalen Voraussetzungen, welche vom DZI gefordert werden, erfüllen, erscheinen – wenn sie nicht Spenden für die Finanzierung der Genehmigung verwenden wollen – nicht in dieser Liste.
Es drängt sich der Eindruck auf, dass dieses Spendensiegel ein Versuch ist, die bereits schon bekannten Einrichtungen als glaubwürdig hervorzuheben. Weshalb sonst gibt es – auch auf Nachfrage beim DZI - für kleine, seriös arbeitende jedoch ehrenamtlich tätige Organisationen keine Ausnahmeregelung? Der Hinweis, dass die jährlichen Kosten für das Siegel durch einen erhöhten Spendeneingang gerechtfertigt sei, ist keine Antwort auf diese Frage.

Mensch hilft Mensch e.V. welche formal alle Voraussetzungen erfüllt, wird deshalb bis auf weiteres keinen DZI-Spendensiegel beantragen. Es sei denn eine Spenderin/ein Spender übernimmt bewusst die Finanzierung des Spendensiegels.

Diesen Text haben wir von der Brasilieninitiative Freiburg e.V. übernommen. Schließen wir uns doch lückenlos deren Darlegung an.