22.04.1500
Auf dem Weg nach Indien landet der portugiesische Seefahrer Cabral bei Porto Seguro an der brasilianischen Küste und nimmt sie für Portugal in Besitz.
Bis Anfang des 19. Jh. ist Brasilien ein von Portugal abhängiges Vizekönigreich

1549
Erste Hauptstadt wird Salvador de Bahia bis 1763, danach Rio de Janeiro

Anfang 17. Jh.
Versuche der Franzosen (Amazonasmündung) und der Niederländer (Pernambuco), sich in Brasilien festzusetzen, werden bald zurückgeschlagen.
Während im Küstengebiet der mit afrikanischen Sklaven betriebene Zuckerrohrbau aufblüht, dringen von São Paulo aus die sogenannten Bandeirantes auf der Suche nach Gold, Diamanten und Indianersklaven bis an die Vorberge der Anden vor und erweitern so den portugiesischen Einflussbereich kontinuierlich.

1807
Regent João flieht vor der napoleonischen Armee nach Brasilien, das er von der kolonialen Abhängigkeit befreit.

07.09.1822
Als das Mutterland nach der Rückkehr Joãos 1821 das frühere Verhältnis zu erneuern sucht, erklärt dessen ältester Sohn die Unabhängigkeit Brasiliens
(von Portugal 1825 anerkannt) und wird als Pedro I. Kaiser Brasiliens.
Während der Herrschaft seines Sohnes Pedro II. verlagert sich der wirtschaftliche Schwerpunkt vom Zuckerrohr- und Tabakanbau im Norden zum Anbau von Kaffee
im Süden. Pedro II. fördert konsequent die Einwanderung von Europäern,
darunter auch vieler Deutschen.

1889
Entschädigungslose Aufhebung der Sklaverei (1888) führt letztlich zum
Sturz des Kaisertums

1891
Verfassung der neuen Republik lehnt sich stark an das föderale Vorbild der USA an, Parteienkämpfe, bürgerkriegsähnliche Situationen und Zerrüttung der Finanzen, erste Ansätze einer Industrialisierung, vor allem im Bundesstaat São Paulo,
seit dem ersten Weltkrieg.

1929/30
Hohe Staatsverschuldung und Überproduktion von Kaffee verbunden mit dessen Preissturz in der Weltwirtschaftskrise führen zum wirtschaftlichen Zusammenbruch.

Ab 1930
An der Spitze einer Aufstandsbewegung gelangt Getúlio Vargas an die Macht.
Mit Hilfe der Verfassungen von 1934 und 1937
(Errichtung des "Estado Novo"autoritäres Regierungssystem auf korporativer Basis) entwickelt er eine persönliche Diktatur. Parteien werden 1937 verboten.

1945
Die Revolution vom Oktober 1945 erzwingt Vargas Rücktritt und Brasilien wird
wieder eine demokratische Republik.

1950 – 1954
Vargas wird erneut zum Präsidenten gewählt und versucht, wieder eine autoritäre Innenpolitik zu betreiben. Von den Militärs zum Rücktritt gezwungen, begeht er Selbstmord

1956-1961
Präsident Juscelino Kubitschek betreibt den inneren Ausbau Brasiliens, vor allem die Industrialisierung und die Errichtung der neuen Hauptstadt Brasilia (seit 1960) mit großer Energie. Sein Ausbauprogramm überlastet jedoch den Staatshaushalt

1964 – 1985
Mit dem Sturz des sozialreformerisch eingestellten Präsidenten Goulart
(u.a. Enteignung von Ländereien zugunsten landloser Bauern) beginnt eine
21-jährige Militärherrschaft: wichtigste Verfassungsgarantien werden außer Kraft gesetzt, Menschenrechtsverletzungen, Wirtschaft und Finanzen zerrüttet
(100 Mrd. USD Auslandsschuld, ca. 50 Mrd. USD Inlandsverschuldung,
Inflation erreicht Jahresmarke von 230%).
Die Militärregierung treibt zwar die Entwicklung der Infrastruktur - vor allem Verkehrs- und Nachrichtenwesen sowie gewaltige Energieprojekte - und die Industrialisierung voran, vernachlässigt aber die tiefgreifenden strukturellen sozialen Probleme.

15. März 1985
Wiederherstellung der Demokratie: Übergang im Rahmen der Verfassung mit Duldung und schließlich behutsamer Förderung der Militärs

05. Oktober 1988
Verabschiedung einer demokratischen Verfassung

1989-1994
Amtszeiten der Präsidenten Sarney, Collor de Mello, Itamar Franco

1994
Mit der Einführung des Real als neuer Währung wird die Inflation unter Kontrolle gebracht. Präsidentschaftswahl: der ehemalige Finanzminister Fernando Henrique Cardoso zum Präsidenten gewählt

1995
Amtsantritt Fernando Herique Cardosos

1998
Cardoso zum zweiten Mal als Staatspräsident gewählt

1999
Die Finanzkrise

Januar 2003
Amtsantritt von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva