Obwohl Brasilien seiner Bevölkerungszahl nach in der Welt an sechster Stelle liegt, ist seine Bevölkerungsdichte im Vergleich zu anderen Ländern niedrig. Es sind circa 19 Einwohner pro km². Die Mehrheit der Brasilianer hat sich entlang der atlantischen Küste angesiedelt, über 75 Prozent leben in den Städten.
Bereits seit 1970 lässt sich eine verstärkte Abwanderung aus dem Nordosten in den Südosten und aus den ländlichen Regionen in die Städte verfolgen.
Doch in jüngster Zeit hat die Migrationsbewegung ihr Ziel auf die weniger besiedelten Gegenden im Mittelwesten und Norden des Landes verlegt.

Die Bevölkerung Brasiliens stammt vor allem von den indianischen Ureinwohnern, den nach und nach eingewanderten Europäern, zumeist Portugiesen, und von Afrikanern, überwiegend aus den westlichen Küstengebieten südlich der Sahara, ab.
Im 16. Jahrhundert war das Gebiet des heutigen Brasilien von mehreren hundert einheimischen Indianervölkern bewohnt die verschiedene Mundarten sprachen und unterschiedliche Kulturen pflegten. Heute beläuft sich die Zahl der Indianer auf etwa 251.000. Sie lassen sich in circa 200 Gruppen unterteilen und sprechen in etwa 180 verschiedene Sprachen. Den Indianern wurde von der brasilianischen Regierung ein Gebiet zur Verfügung gestellt, das mit 850.000 Quadratkilometer zehn Prozent der gesamten Fläche Brasiliens ausmacht. Auf diesem Territorium, das insgesamt über die doppelte Größe von der Bundesrepublik Deutschland umfasst, können die Indianer ihre Lebensart bewahren.

Seit sich im Jahre 1818 die erste größere Gruppe deutscher Einwanderer in Bahia niederließ, sind über 310.000 Deutsche, überwiegend aus dem Hunsrück und von der Mosel, nach Brasilien ausgewandert. Heute wird die Zahl der deutschstämmigen Brasilianer auf etwa 5 Millionen geschätzt. Sie leben über das ganze Land verteilt, insbesondere aber im Süden und Südosten.

Die offizielle Landessprache Brasiliens ist Portugiesisch. Mit Ausnahme der Mundarten, die von Indianerstämmen in Reservaten gesprochen werden, ist Portugiesisch Umgangssprache. Brasilien ist das einzige Land Südamerikas, in dem Portugiesisch gesprochen wird.

In Brasilien herrscht Religionsfreiheit. Mit der Ausrufung der Republik im Jahre 1889 gab es keine Staatskirche mehr. Dennoch erklärten 1996 rund 83 Prozent der Bevölkerung ihre Zugehörigkeit zur römisch-katholischen Kirche. In jüngster Zeit ist die Zahl der protestantischen Gruppen in Brasilien gestiegen. Unabhängige Kirchen der Pfingstbewegung können sich auf eine ansehnliche Mitgliederzahl stützen. Auch die etablierten, in Europa und den USA entstandenen protestantischen Gemeinden der Episkopalkirche, der Methodisten, Lutheraner und Baptisten haben ihre Anhängerschaft.

Candomblé wurde vom 16. bis zum 19. Jahrhundert von den Yoruba-Sklaven aus Nigeria und Benin in Brasilien eingeführt. Heute nehmen zahlreiche Brasilianer aus allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schichten sowohl an christlichen Gottesdiensten als auch an Candomblé-Ritualen teil. Schätzungen gehen davon aus, daß nahezu 70 Mio. Brasilianer Candomblé praktizieren.