Der Amazonas (portugiesisch Rio Amazonas, früher Rio Orellana)
ist der wasserreichste Fluss der Erde. Er ist nach dem Nil der zweitlängste Strom der Erde. Rechnet man jedoch die Quellflüsse hinzu, ist der Amazonas insgesamt
mit 7.250 km Länge auch der längste Fluss der Welt.

Die Breite des Flusses beträgt in Brasilien meist mehrere Kilometer und variiert je nach Jahreszeit bedingt durch die schwankenden Niederschläge an den Oberläufen.
In den Zeiten größter Wassermengen kann er die angrenzenden Wälder auf einer Breite von bis zu 100 km überschwemmen. Die betroffenen Überschwemmungswälder bilden ein einzigartiges Ökosystem. Im Mündungsbereich des Amazonas liegt die Flussinsel Marajó. Rechnet man diese fast 50.000 qkm große Insel sowie die südlich von ihr mündenden Flüsse hinzu, hat das Mündungsdelta des Amazonas eine Breite von mehreren hundert Kilometern. Der Amazonas besitzt 1100 größere Nebenflüsse, von denen 17 über 1600 km lang sind. Er durchquert von West nach Ost eine Landschaft, die man als Amazonasbecken bezeichnet.


Der Amazonas entspringt in den peruanischen Anden. In Brasilien nimmt er allein über 221 Nebenflüsse auf, von denen etwa 100 schiffbar sind. Ab der peruanisch-brasilianischen Grenze heißt der Amazonas Rio Solimoes. Bei der Vereinigung des Rio Solimoes mit dem Rio Negro bei Manaus bekommt der Fluss auch in Brasilien wieder den Namen Amazonas. Der Amazonas ist bei Manaus noch etwa 290 km vom Äquator entfernt. An seiner Mündung bringt der Amazonas ca. 190.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, also etwa 6 Billionen Kubikmeter pro Jahr. Der Amazonas ist auch heute noch Hauptverkehrsader des Amazonasgebiets, insbesondere für den Gütertransport.
Straßen sind während der Regenzeit meist unpassierbar.

Es wird geschätzt, dass der Amazonas etwa 5000 verschiedene Fischarten beherbergt, das sind weit mehr als der ganze Atlantik. Zu den besonders bedrohten Tierarten, die den Amazonas besiedeln, gehören der rosafarbene Flussdelfin und der Peixe-Boi.



Im Amazonas schwimmen grüne "Inseln", die sich aus miteinander verhakten mitgeschwemmten Bäumen oder bei Hochwasser losgerissene Wasserpflanzen und über Wurzeln vernetzte Grasinseln entwickeln. Sie können über hundert Meter lang werden und bilden ein eigenes Biotop.

In der Amazonasregion leben etwa eine Million Angehörige indigener Gruppen.
Ihre Territorien werden in Brasilien von der dortigen Indianerbehörde FUNAI demarkiert.
In Brasilien wurden bislang über eine 1 Million qkm als Indianergebiete ausgewiesen, das entspricht etwa 20 Prozent der Fläche. In diesen Gebieten leben über 150 indigene Völker. Dennoch kommt es in den Indianergebieten teilweise zu heftigen Auseinandersetzungen mit eindringenden Goldsuchern und Holzunternehmern. Die direkt an Flüssen lebenden Bewohner - oft in einfachen Hütten auf Stelzen (Hochwasser) - heißen Caboclos und leben oft von Fischfang. Auch wird etwas Viehzucht betrieben. Paranüsse und Früchte werden auf Märkten verkauft.

Der Amazonaswald wird als Lunge der Erde bezeichnet und verteilt sich auf eine Fläche von fast 7 Millionen qkm. Dies entspricht etwa einer Fläche, die der Bundesrepublik Deutschland 19 mal entspricht. Der größte Teil davon liegt in Brasilien. Als Beispiel für den natürlichen Reichtum sei nur genannt, dass von den weltweit rund 1.700 Vogelarten über zwei Drittel ihre Heimat im Amazonasgebiet haben.

Die Amazonasregion zeichnet sich unter anderem durch ihre große Tierartenvielfalt aus.
Die Anzahl der tatsächlich in der Amazonasregion vorkommenden Arten ist schwer zu schätzen, da erst ein Bruchteil von ihnen entdeckt wurde. Wissenschaftler schätzen, dass im Amazonasgebiet bis zu 5 Millionen Arten heimisch sind. Dies entspricht 15 - 30 Prozent aller Spezies der Erde. Von diesen wurden bislang etwa erst 1,5 Millionen beschrieben, darunter 750.000 Insektenarten, über 39.000 Wirbeltiere, 250.000 Pflanzen und 360.000 Organismen. Man geht davon aus, dass in der Region etwa ein Viertel der lebenden Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum haben.



Exakt erkennbare Grenze des Amazonas (braunes Wasser)
und des Rio Negro (schwarzes Wasser)