Die Sozialzentren in den Favelas

Favelas:
Bereits Anfang des Jahrhunderts entstanden in Rio de Janeiro die ersten Favelas. Im Laufe der Industrialisierung sah sich ein beträchtlicher Teil der Landbevölkerung gezwungen in die großen Städte abzuwandern. Versprach man sich dort doch eine wenigstens klein bisschen bessere Zukunft. Die Landflucht der Menschen setzte ein. Jedoch die Hoffnungen der Menschen erfüllten sich nicht.
Im Gegenteil es bildeten sich riesige Elendsviertel die sogenannten Favelas.
Die Menschen fanden oft keine gutbezahlte Arbeit oder eine feste Anstellung und mussten dafür aber ein notdürftiges Quartier finden. Immer mehr Menschen siedelten sich in Favelas an. Allein in Rio de Janeiro gibt es über 300 Favelas. Die größte Favela in Rio ist die Favela Rocinha und diese soll 200.000 Menschen beherbergen. In den meisten Favelas gibt es oft nur selbst gezimmerte Behausungen. Es herrschen unmenschliche hygienische Verhältnisse. Von den Krankheitsgefahren kann man sich ein lebhaftes Bild machen.
Es gibt jedoch auch einige wenige Favelas die sich zum Unterklassenviertel gewandelt haben. Die Bedingungen dort sind ein wenig bessere. Die sozialen Probleme innerhalb der Favela wie Armut und Gewalt verursacht durch Krankheit, Arbeitslosigkeit und Kriminalität werden immer gewaltiger. Öffentliche Einrichtungen und soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Krankenstationen sind oftmals nicht vorhanden.

Sozialzentren:
Die Sozialzentren in den Favelas Prainha, Vila Ideal und Vidigal sind von der Struktur her sehr ähnlich. Die Zentren werden jeweils von Ordensschwestern geführt. Das Personal kommt größtenteils aus der Favela.

Kindertagesstätten:
Da die meisten Mütter in den Favelas alleinerziehend sind, ist der Bedarf für eine Kindertagesstätte sehr hoch. Durch die Kindertagesstätten ist gewährleistet, dass die Frauen einer geregelten Arbeit nachgehen und somit Ihre Kinder versorgen können.

Bildungsmaßnahmen für Jugendliche:
Um die Chancen der Jugendlichen einen Arbeitsplatz zu finden zu verbessern werden berufsbildende Kurse wie zum Beispiel Kurse für Schweißer, Elektriker, Drechsler, Maschinenschreibkurse, Nähkurse und Informatikkurse angeboten.

Gesundheitsdienst:
Dadurch, dass zum Sozialwerk Pater Eckarts auch ein Klinikum gehört, konnten in den Sozialzentren Gesundheitsdienste eingerichtet werden. Mehrmals in der Woche halten Ärzte des Hospitals Sprechstunden in den Favelas ab.