Das Berufsausbildungszentrum

Bei der Sozialarbeit in den Favelas wurde als eines der Grundprobleme die mangelhafte Ausbildung der meisten Bewohner, vor allem der Jugendlichen erkannt. Hier ist es insbesondere wichtig, dem Mangel an Zukunftsperspektiven entgegenzuwirken.
Ohne Ausbildung ist es fast unmöglich, einen einigermaßen gutbezahlten und sicheren Arbeitsplatz zu finden und dem Bannkreis der Favela zu entkommen.
Zusätzlich zu den berufsbildenden Kursen in der Favela selbst, wo die Möglichkeiten recht beschränkt sind, wurde nach weiteren Möglichkeiten gesucht.
So wurde der Plan geboren, ein Berufsbildungszentrum zu gründen, in dem längerfristige und qualifizierte Ausbildungskurse angeboten werden können.

Die Berufsausbildung ist überhaupt einer der Bereiche, in denen Brasilien den größten Nachholbedarf hat.
Ein Berufsausbildungswesen, wie es in Deutschland existiert, ist nur in Ansätzen vorhanden. In vielen Bereichen wird hauptsächlich mit ungelernten oder angelernten Arbeitskräften gearbeitet.

Im Jahre 1996 wurde begonnen, eine seit 20 Jahren leerstehende Bauruine auf dem Hospitalgelände zu renovieren. Hier sollte das neue Ausbildungszentrum entstehen. Es wurden eine Altenpflegeschule, eine Krankenpflegeschule und Schulungsräume für die berufliche Fortbildung im handwerklichen Bereich eingerichtet.
Dieses Projekt wurde mit Fördermitteln der Europäischen Gemeinschaft unterstützt.