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Das Projekt „Humanisierung
des Hafenviertels“
Das Hafenviertel Zone Portuaria von Rio de
Janeiro ist, wie viele Hafenviertel weltweit, ein Sammelpunkt von
sozialen Randgruppen und Problemfällen.
Hier konzentriert sich die Armut, begleitet von Kriminalität,
Drogen- und Alkoholmissbrauch und Prostitution.
Besonders die Kinder und Jungendlichen, die hier aufwachsen, sind
davon massiv betroffen und haben kaum Entwicklungschancen für
ein besseres Leben
Das Hafenviertel Zona Portuaria von Rio de
Janeiro liegt im Süden des Zentrums an der Küste. Zum
Hafenviertel zählen die Stadtviertel Saúde, Gamboa,
Santo Christo und Caju. Die circa 40.000 Einwohner sind ethnisch
bunt zusammengewürfelt (Weiße, Schwarze, Mulatten, Mestizen)
und setzen sich
zu 90 % aus Hinzugezogenen zusammen. Der überwiegende Teil
der Bevölkerung lebt an und unter der Armutsgrenze und muss
von einem monatlichen Einkommen zwischen 120 R$ und 300 R$ leben.
Das reicht nicht um eine Familie ernähren zu können, so
dass die Kriminalität, Drogen, Alkohol, Prostitution, Kinderarbeit
und Kindesmissbrauch alltäglich sind.
Die Situation der circa 10.500 Kinder und Jugendlichen
(bis 15 Jahren) ist in diesem Umfeld besonders schlecht.
88 % kommen aus zerbrochenen Familien, werden nur von ihrer Mutter
erzogen oder sind ganz auf sich alleine angewiesen.
Den Frauen und Müttern geht es auch nicht viel besser. In über
50 % der Familien haben die Väter die Familie verlassen oder
sind Alkohol- oder Drogenabhängig und leisten so ökonomisch
kaum einen Beitrag zum Unterhalt der Familie.
Daher gehen zahlreiche Frauen der Prostitution nach, um das Geld
für ihre Familien zu verdienen, werden dabei jedoch oft noch
mehr in Schwierigkeiten hineingezogen.
Die Gesundheitssituation im Hafenviertel ist
schlecht. Es gibt nur wenige Ärzte vor Ort und auch sie verlangen
die üblichen Gebühren, die für die meisten Menschen
zu teuer sind. Somit existiert für über 50 % der Bevölkerung
faktisch keine Gesundheitsvorsorgung. Hinzukommt das Anwachsen bestimmter
Krankheiten wie AIDS oder von Krankheiten, die von den Seeleuten
eingeschleppt werden.
Durch die Zuwanderung von 90 % der Bevölkerung
und die dadurch entstandene ethnische Vielfalt, verbunden mit der
ärmlichen Lebenssituation, sind zahlreiche Menschen entwurzelt
und haben ihre kulturelle Identität verloren. Das führt
zu allgemeiner Verunsicherung und zu größerer Anfälligkeit
für Alkohol, Drogen und Kriminalität.
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